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Pulverschnee statt „slushy snow“

Es ist bereits Mitte April und viele sind schon in Frühlingsstimmung. Für all jene, die jedoch noch nicht genug vom Skifahren haben, sind am Kaunertaler Gletscher genau richtig.

Es ist Samstag, der 13. April – beim Losfahren unten im Tal ist es fast schon frühlingshaft. Aber bereits am der Mautstelle taucht man wieder in eine tief winterliche Landschaft ein. Umso weiter man nach oben kommt, umso höher werden die Schneewände entlang der Gletscherstraße.


NACH UNGEFÄHR EINER HALBEN STUNDE FAHRTZEIT ERREICHE ICH MEIN ZIEL – DEN GLETSCHERPARKPLATZ AUF 2.750 M.


Ich treffe mich mit meinem Guide Ewald von der Skischule Kaunertal und einer kleinen Gruppe Powder-Junkies. Über Nacht hat es ca. 40 cm geschneit. Da es auch noch um diese Jahreszeit in der Nacht winterliche Temperaturen hat ist der frisch gefallene Schnee noch richtig pulvrig.

Ich kann es schon fast nicht mehr erwarten die ersten Schwünge in die unverspurten Hänge zu ziehen. Nachdem wir unsere Ausrüstung auf Funktionsfähigkeit gecheckt haben, waren wir die ersten beim Weißseefernerlift. Schon bei der Auffahrt suchten wir uns die ersten Lines für die erste Abfahrt aus. An der Bergstation angekommen, blickten wir zuerst noch in Richtung Tal hinaus, da man von hier oben (über 3.000 m) einen fantastischen Ausblick auf die Bergwelt rund um den Kaunertaler Gletscher hat.

Jetzt wird es aber höchste Zeit, um endlich die erste Powderabfahrt genießen zu können. Gleich bei der Bergstation fahren wir ca. 100 Meter in Richtung des Trainingshang. Hier treffen wir auch schon auf weitere Freerider, die ebenfalls den Pulverschnee genießen wollen. Da hier aber mehr als genug Platz ist, stürzen wir uns auch gleich ins Vergnügen hinein und genießen die erste Abfahrt.

Nach diesen Aufwärm-Powderschwüngen bekommen wir Lust auf mehr. Im Kopf schwirrt uns ein richtiges Abenteuer. Wir entscheiden uns, die Variante Nörderberg zu fahren. Diese ist am Kaunertaler Gletscher auch als Secret Spot für Freerider bekannt. Start der Route ist bei der Bergstation des Nörderjochlift I. Hier legen wir die Felle an unsere Ski an und steigen in Richtung der Bergstation des früheren Nörderjochlift II auf. Vorbei geht es am sogenannten Gletscherbruch.


GERADE HEUTE ZEIGT SICH DAS MÄCHTIGE JAHRHUNDERTE ALTE EIS IN SEINEN SCHÖNSTEN FARBEN. NACH NUR CA. 20 MINUTEN AUFSTIEG HABEN WIR UNSER ZWISCHENZIEL – DEN AUSGANGSPUNKT DER ABFAHRT ERREICHT.


Oben angekommen, kommen wir zuerst aus dem Staunen nicht mehr heraus. Vor uns eröffnet sich ein erhabener Blick auf eine tief verschneite Bergwelt, welche schöner nicht sein könnte. Egal wohin man schaut, man findet immer noch schönere Fotomotive.

NACH EINER KURZEN FOTOPAUSE MACHEN WIR UNS ABER FÜR DIE ABFAHRT BEREIT. EWALD ERKLÄRT UNS NOCH KURZ, DASS VOR UNS CA. 1.000 HM UND MEHR ALS 4 KM UNVERSPURTE HÄNGE LIEGEN UND NUR DARAUF WARTEN VON UNS BEFAHREN ZU WERDEN.


Der Einstieg in die Variante ist ein wenig knifflig, da es gleich relativ steil los geht. Ist man aber einmal in Fahrt, will man gar nicht mehr stehen bleiben. Bei jedem Sprung spritzt einem der frisch gefallene Pulverschnee ins Gesicht.
Nachdem wir den ersten Steilhang hinter uns gelassen haben, folgt nun eine kleine Querfahrt. Dies ist aber eine Querfahrt mit einem großen Special. Denn auf einmal öffnet sich ein atemberaubender Ausblick auf den Gepatschstausee.
Von hier oben schaut der 6,5 km lange See richtig klein aus und man kann gar nicht glauben, dass hier mehrere Hundert Millionen Liter Wasser platz haben.
Diesen grandiosen Ausblick nützten wir natürlich für eine kleine Pause. Ewald erklärte uns hier die umliegende Bergwelt und erzählte ein paar lustige und interessante Geschichten.

Nach einer kleinen Rast waren wir wieder alle bereit und konnten noch die letzten Teile der Abfahrt antreten. Von nun an hatten wir immer den Stausee immer fest im Blick. Es fühlte sich sogar so an, als ob man direkt in den See fahren wird.
Ein paar Schwünge später hatten wir auch schon das Ende der Abfahrt in Sichtweite. Nun stand nur mehr eine Querfahrt auf den Spuren des Gletscherlehrpfades (Wanderweg im Sommer) an.

Ende der Route ist im Fernergries – direkt an der Skibushaltetstelle. Dank Ewald haben wir unsere Fahrt so getimt, dass wir nur wenige Minuten auf den Bus warten mussten. Nun ging es wieder gemütlich zurück ins Skigebiet. Hier machten wir noch ein paar weitere Powderabfahrten und ließen den Tag schön langsam gemütlich bei einem After-Ride-Bier im Restaurant Ochsenalm ausklingen.

Auch heute noch blicke ich voller Freude auf diesen Tag zurück und träume noch den vielen Abfahrten in unverspurten Hängen.

Daniel Frizzi
Marketing Kaunertaler Gletscherbahnen
Daniel Frizzi
Marketing Kaunertaler Gletscherbahnen